Wissenschaft + Unterhaltung = ??

2. Freiberger Science Slam

Auch in diesem Jahr gibt es zur Nacht der Wissenschaft einen Science Slam. Die Nacht der Wissenschaft findet am 8. Juni in der Zeit von 18 bis 24 Uhr statt. Der Veranstaltungsort ist, aufgrund der in diesem Jahr stattfindenden 850 Jahrfeier der Stadt Freiberg, der Campusbereich in der Altstadt. Die Veranstalung beginnt um 20.30 Uhr im Innenhof des Hauptgebäudes an der Akademiestrasse.

Die Spielregeln sind ganz klar, wissenschaftliches Thema, jeder hat 10 Minuten und am Ende entscheidet das Publikum. Für die Vortragenden werden eine Leinwand und eine Tafel zur Verfügung stehen. Sollte der Wunsch bestehen Experimente durchzuführen, wäre es nett, wenn ihr das frühzeitig mitteilen würdet. Dann werden wir unser bestes geben um die notwendigen Vorraussetzungen zu schaffen.

Interessenten wenden sich bitte an s.liebing@stura.tu-freiberg.de

Bericht vom 1. Freiberger Science Slam am 18. Juni

Was hat der Heisenberg-Kompensator aus der Enterprise mit einem Stück Kohle und schönen physikalischen Formeln zu tun? Ganz einfach. Das alles waren Themen des 1. Freiberger Science Slam.

Hier gibt es einen netten Eindruck vom Science Slam.

Im nächsten Jahr ist wieder ein Science Slam geplant. Interessenten melden sich bitte bei info@stura.tu-freiberg.de. Natürlich werden auch Fragen gern beantwortet.

Das war das Programm

Rico Friedrich, Student im Masterstudiengang Angewandte Naturwissenschaft
Thema: Die Schönheit physikalischer Formeln

Dipl.-Ing. Lars-Erik Gärtner, Doktorand am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen
Thema: wird noch bekanntgegeben

Stefanie Höfig, Studentin im Bachelorstudiengang Network Computing
Thema: Brain Computer Interfaces

Conrad Uhlig, Student im Bachelorstudiengang Maschinenbau
Thema: wird noch bekanntgegeben

Martin Reinhardt, Student im Diplomstudiengang Angewandte Mathematik
Martin Backasch, Tobias Schröder, Studenten im Bachelorstudiengang Network Computing
Christian Schlegel, Steffen Dach, Studenten im Masterstudiengang Network Computing

Thema: 3D-Scan 2.0

Außerhalb der Wertung:
Prof. Dr. Johannes Heitmann, Direktor des Instituts für Angewandte Physik der TU Bergakademie Freiberg
Thema: Nanokristalline Sendestationen oder wie der Heisenbergkompensator an Bord der Enterprise funktioniert

Ein kleiner Bericht

Los ging es mit dem Vortrag von Prof. Heitmann. Als Professor nahm er selbstverständlich nicht am Wettbewerb teil, da er durch seine Lehrtätigkeit gegenüber den anderen Teilnehmern einen deutlichen Erfahrungsvorsprung hatte. Er berichtete von Sendestationen in Nanometerbereich und wie diese funktionieren. Dabei spielt auch die Heisenbergsche Unschärferelationen eine Rolle, die besagt, dass Ort und Impuls eines Teilchen niemals gleichzeitig exakt bestimmt werden können. In der Enterprise wurde dieses Problem durch den Heisenberg-Kompensator überwunden wird, aber leider nie erzählt, wie dieser funktioniert. Abgerundet wurde der Slam durch ein physikalisches Experiment, bei dem Leuchtstoffröhren durch ein Hochfrequenzfeld zum Leuchten angeregt wurden, ohne dass sie an ein Stromnetz angeschlossen waren.

Über die Reihenfolge der weiteren Vorträge entschied nun das Los. Lars-Erik Gärtner startete als Erstes und zeigte uns den Leidensweg der Kohle. Pflanzen und Tiere stehen unter Schutz und haben bei uns einen hohen Stellenwert, aber Kohle wird ohne Rücksicht ausgegraben und zur Energiegewinnung verbrannt. Er appellierte an uns, die Kohle zu schützen und unseren ausbeuterischen Weg zu überdenken.

Conrad Uhlig beeindruckte mit Rekorden: Den höchsten und tiefsten Temperaturen, die die Menschen erreichen können, die energiereichsten Laser und vielen weiteren wissenschaftlichen Leistungen, die die Grenzen der Wissenschaft immer weiter verkleinern. Die Zahlen waren wirklich beeindruckend. So braucht man beispielsweise 10^15 Laserpointer, um die Energie des energiereichsten Lasers zu erzeugen.

Wie wäre es, wenn wir Gedanken lesen könnten? Das dies in Grenzen schon möglich ist, zeigte uns Stefanie Höfig. Sie präsentierte in ihrem Slam, wie man einen Computer mit Gedanken steuern kann. Durch äußere Elektroden werden die Signale des Gehirns gelesen und dann im Computer verarbeitet. Dabei entstehen natürlich eine Menge Daten, die gefiltert werden müssen. Mit einer Vorführung, bei der eine Kiste im Computer mittels Gedankenkraft gesteuert werden konnte, endete ihre beeindruckende Präsentation.

Das 3D-Kino kennen wir bereits seit einigen Jahren. Die 3D-Bilder werden entweder aufwendig am Computer erstellt oder mittels spezieller und teurer Kameras aufgenommen. Das es auch günstiger geht, bewies der nächste Slammer Martin Reinhardt. Als Kamera nutzte er eine Microsoft Kinect, die eigentlich für Spiele mit Bewegungssteuerung vorgesehen ist. Wenn nun diese Kamera ein Objekt, dass auf einer speziellen Unterlage platziert ist, von mehreren Seiten filmt, erstellt der Computer aus den Bildern ein 3D-Bild. Dieses kann man dann am Computer drehen und wenden und das Objekt so von mehreren Seiten betrachten. Zum Abschluss des Slams führte er live den 3D-Scan eines alten Telefons vor.

Können physikalische Formeln schön sein? Mit dieser Frage beschäftige sich der letzte Slammer Rico Friedrich. Wo die anderen Slammer noch mit Formeln noch gespart hatten, schrieb er gleich am Anfang eine solche an die Tafel: e^(i*π) + 1 = 0. Diese Formel wurde von den Mathematikern zur schönsten Formel gewählt, da sie alle grundlegenden Größen der Mathematik enthält: e, i, π, 1 und 0. Durch die berühmte Formel E = mc^2 wird gezeigt, dass eine kleine Menge an Masse SEHR viel Energie enthält, die beispielsweise beim Zustammenstoß von Teilchen frei werden kann. Wenn sich diese beiden Teilchen nun miteinander verbinden, so ist das Produkt etwas leichter er als die Summe der einzelnen Teilchen. Die Masse, die beim Produkt fehlt, wurde in Form von Energie an die Umgebung abgegeben. Dieser Prozess läuft auch in der Sonne ab und nur deshalb kann es uns überhaupt geben.

Wie beim Science Slam üblich, wurden die Slammer direkt nach ihren Vorträgen vom Publikum bewertet. Man konnte schon am Applaus der Zuschauer hören, wer gewonnen hatte. Es war Rico Friedrich. Mit seinem eindrucksvollen Slam konnte er das Publikum überzeugen und erziehlte 56 von 60 möglichen Punkten. Zum Präsentieren nutzte er nur die Tafel und ein Stück Kreide und konnte sich trotzdem gegen die anderen Slammer mit ihrer aufwendigen Technik durchsetzen. Einen Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle. Doch letztlich waren alle Vorträge spannend und die Zuschauer wurden sehr gut unterhalten.


Zuletzt geändert: 07.05.2012 13:27
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