Maria Stuart

Macht, Eifersucht, Intrigen und Liebe

Eine zweite studentische Rezension für euch, diesmal zu „Maria Stuart“:
 
Macht, Eifersucht, Intrigen und Liebe
 
Seit dem 6. Oktober 2018 wird in der Nikolaikirche von Freiberg die große politische Bühne des 16. Jahunderts aufgeführt in deren Mittelpunkt die beiden Königinnen Elisabeth die Erste von England und Maria Stuart von Schottland stehen. Die aus dem Jahr 1834 stammende Oper von Giuseppe Bardari beruht auf einer italienischen Übersetzung des 1800 erschienen Dramas von Friedrich Schiller.
In seinem Drama erdichtete Schiller eine historisch nie belegte Begegnung der Königinnen, die zum dramatischen Höhepunkt des Stückes wird und das Ende Marias einläutet.
Die jungfräuliche in gold und weiß gekleidete Königin Elisabeth, gesungen von Babora Fritscher, tritt musikalisch den Kampf mit einem Mezzosopran an. Ihre Gegnerin ist der Sopran von Margareta Kloučar als Maria Stuart, die dunkel gekleidet einen guten Kontrast auf der Bühne bietet. Aber auch die männlichen Hauptdarsteller Jaeil Kim als Robert Dudley, Sergio Raonic Lukovic als George Talbot und Elias Han als William Cecil überzeugen in ihren Rollen. Jeder der 3 Berater der Königin von England vertritt seine Meinung über das Urteil, dass über die gefangengenommene Maria Stuart verhängt werden soll, vehement.
Robert Dudley gilt als Favorit von Elisabeth, verliebt sich aber in Maria und steht für ihre Begnadigung ein. Der religiöse George Talbot verlangt eine christliche Behandlung Marias und spricht sich gegen ein Todesurteil aus. William Cecil will die Macht Elisabeths stärken und verlangt die Hinrichtung Marias. Hin und her gerissen zwischen ihren persönlichen Empfindungen und ihrer Rolle als Königin bekleidet der Zuschauer Elisabeth durch ein sehenswertes Schauspiel.
Neben der sehr guten musikalischen Darbietung und den zur Epoche passenden Kostümen besticht die Oper durch ihre Kulisse in der Nikolaikirche. Die Säulen des Kirchenhauptraumes und der verhangene Altarraum schaffen einen Effekt, der keine weitere Bühnenbilder bedarf. So werden während des Stückes z.B. die Stufen des Altarraums und die Galerie genutzt um Überlegenheit und Unterwürfigkeit der Charaktere und auch deren Überwindung darzustellen.
Die dramatische Handlung und die Kulisse lassen die 2,5 Stunden wie im Flug vergehen, wodurch die Oper Maria Stuart inszeniert von Jürgen Pöckel sehr empfehlenswert und auch für Opernmuffel geeignet ist.
 
Weitere Termine sind:
23.12.2018 um 19:00 Uhr (Nikolaikirche Freiberg)
25.12.2018 um 19:30 Uhr (Nikolaikirche Freiberg)
27.12.2018 um 19:30 Uhr (Nikolaikirche Freiberg)
 
Wenn ihr euch ebenfalls vorstellen könnt, Rezensionen zum Repertoire des Mittelsächsisches Theaters zu schreiben (inkl. eines kostenlosen Tickets), wendet euch per Email an freunde-des-theaters@stura.tu-freiberg.de.

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