Flugblatt, auf das im Artikel Bezug genommen wird

[:de]Verfasste Studierendenschaft – was ist das? [:en]Constituted student body – what is that?[:]

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[:de]

Kann man nicht anfassen und auch nicht essen, es ist eine Institution der Universität, der alle immatrikulierten Studierenden automatisch angehören, es sei denn, sie sind ausgetreten. Dieses formelle Austrittsrecht ist kein Geheimwissen, sondern man kann sich beispielsweise auf Wikipedia darüber belesen. Aus dem aktuellen Anlass, dass ein Flugblatt mit der Nummer 8/10/48-01 und einem unklarem Absender – definitiv jedoch nicht die Bergakademie – in einigen studentischen Briefkästen gelandet ist, wollen wir, eure Vertreter*innen im Studentenrat, nochmals erklären, was es mit der verfassten Studierendenschaft und deren Anteil am Semesterbeitrag auf sich hat.

Es ist korrekt, dass Nicht-Mitglieder der verfassten Studierendenschaft 7 Euro weniger Beitrag pro Semester bezahlen. Die 7 Euro (von insgesamt 84 Euro Semesterbeitrag) pro Mitglied verwaltet der Studentenrat, welcher über die Finanzanträge der Mitglieder der verfassten Studierendenschaft und deren Gremien – den Fachschaftsräten – sowie deren Initiativen – den AGs des Studentenrats – demokratisch abstimmt. Näheres dazu findet ihr auf der Seite des Referats Finanzen

Das Budget der Studierendenschaft wird unter anderem für die Beratungsangebote des StuRa und der FSRs, für die Vernetzung und Weiterbildung auf Fachschaftstagungen und für die Durchführung von Workshops eingesetzt. Wichtig dabei ist, dass alle diese Angebote allen Mitgliedern der verfassten Studierendenschaft offenstehen. Ohne die Gelder der Studierendenschaft wäre es auch nicht möglich, wochentags immer von 10 – 14 Uhr im Büro des Studentenrats alle Anfragen – vom Ticketverkauf bis zum Internationalen Studentenausweis – zu bearbeiten. Ebenso könnten wir die Ausstattung unserer Räume (Barbarakeller, FSR-Büros) nicht verbessern und keine neue Technik (Glühweinkocher, Tonanlage, etc.) für den Verleih an die Studierendenschaft anschaffen. Des Weiteren unterstützen wir mit den Geldern der Studierendenschaft die Arbeit der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS), die studentische Interessen auf der sächsischen Landesebene vertritt.

Am häufigsten aber werdet ihr den Einsatz eurer 7 Euro am kulturellen Angebot spüren. Wir unterstützen dabei Veranstaltungen, die nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, sondern darauf, unser Unileben zu bereichern. Zum kulturellen Angebot zählen die AGs des Studentenrats und deren Veranstaltungen wie die wissenschaftlichen Vorträge, organisiert von der AG Umwelt, alle Veranstaltungen der FSRs wie die Barbarafeier des FSR 3 am 04.12.2018 oder die Hüttengaudi des FSR 6 am 11.12.2018 und alle Veranstaltungen des StuRa wie das Weihnachtsbasteln am 17.12.2018. Kleinkunst wie Poetry Slams werden bevorzugt unterstützt, da sie anderenfalls nur mit sehr hohen Eintrittsgeldern umsetzbar wären. Um finanzielle Unterstützung für sein selbstgeplantes Event zu erhalten, muss man allerdings weder zu einer AG, noch zu einem Gremium gehören, sondern lediglich Mitglied der verfassten Studierendenschaft sein.

Fehlt es der Studierendenschaft an Geldern, muss das komplette Angebot gekürzt werden. Weniger Kultur, weniger Beratung, weniger Vernetzung, weniger Weiterbildung, usw. Euer kleiner Anteil des Semesterbeitrags hat einen großen Effekt auf die Gemeinschaft. Auch wenn ihr selbst also die Angebote nicht so oft nutzt, nehmt nicht den anderen Studierenden die Chance!

Bezogen auf die Wahlen handelt es sich bei dem angesprochenen Flugblatt übrigens um eine Fehlinformation. Zu den Hochschulwahlen der Gremien Senat, Erweiterter Senat und Fakultätsrat können sich alle immatrikulierten Studierenden aufstellen lassen und auch selbst wählen gehen. Lediglich bei den Wahlen für die Vertreter in den studentischen Gremien FSR und StuRa haben nur Mitglieder der verfassten Studierendenschaft ein aktives und passives Wahlrecht.

Fazit: Die Verfasser*innen des Flugblatts machen uns, den Studierenden, mit den eventuell gesparten 7 Euro definitiv kein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Im Gegenteil, es handelt sich um einen Brief gegen die Interessen der Studierendenschaft, der in der Konsequenz Einschränkungen im Kultur- und Beratungsangebot, ebenso wie einen Investitionsverlust in Technik und Räumlichkeiten und einen Rückgang studentischer Mitbestimmung im universitären Alltag nach sich zieht.

Übrigens: Der FSR 2 hat sich auf seiner Homepage ebenfalls zur Verfassten Studierendenschaft geäußert. 

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No food, not even an object, it is an institution of the university, all enrolled students are a member of it automatically, despite, they have resigned. The option of this formal exit is no secrecy (at least not for German students), because you could read about it for example on wikipedia. For the occasion, that there has been a flyer with the number 8/10/48-01 in some letter boxes of students, we, the representatives of the student committees, want to explain again the constituted student body and its part in the semester fee.

It is right, that non-members of the constituted student body pay a semester fee which is 7 € lower. These 7 € (out of the 84 € you pay all in all) per member are administrated by the student body council of university. It decides democratically upon the financial proposes of the members of the constituted student body and its committees – the body councils of the faculties – as well as the workgroups (AGs). Further information can be found here

The budget of the student body is used among other things for the consultation service of the body councils, the networking and training on student body conferences and the performance of workshops. It is required, that all these offers are open to all members of the constituted student body. Without the budget of the student body it would not be possible, to open the office of the student body council of the university weekdays 10 – 14 o’clock and to deal with all your request – from the sale of cards to the international student IDs.  Also, we could not improve the equipment of our rooms (Barbarakeller, offices) or purchase new technique (sound system, stove for mulled wine (Glühwein), etc.), which is used in events of the body councils and workgroups. Furthermore, we support the work of the KSS (conference of saxon student bodies), which represents the interests of students on the level of the Saxon state.

Most of all you can experience the use of your contribution in the cultural offer. We support events that are not targeted on maximal profit but enrich the university life. Among this cultural offer are the workgroups of the student body council and their events – like the scientific lectures, organized by the AG Umwelt (workgroup for environment) -, all events of the body councils of the faculties – like the Barbarafeier of FSR 3 on the 4th of December or Hüttengaudi of FSR 6 on 11th of December – and all events of the body council of the university – like the Weihnachtsbasteln (christmas handicrafts) on 17th of December. To get financial support for an independently planned event, you don’t have to be part of a workgroup or a committee. It is sufficient to be member of the constituted student body.

If the student body lacks money, the whole offer needs to be reduced. Less culture, less consultation, less networking, less training and so on. Your small part of the semester fee has a major influence on the community. Even if you do not take part yourself much, leave other students the chance to accept our offers!

Regarding the elections, the flyer contains misinformation. All enrolled students can vote at and run for the university elections of the committees senate (Senat), extended senate (erweiterter Senat) and council of the faculty (Fakultätsrat; don’t confuse it with the student body council of the faculty – Fachschaftsrat). Just for the elections of student representatives of the body council (Fachschaftsrat – FSR, Studentenrat – StuRa) the active and passive right to vote is limited to the members of the constituted student body.

Conclusion: The authors of the flyer do not offer an early Christmas present to us by suggesting a prospective saving of 7 €. On the contrary, it is in fact a letter against the interest of the student body, which entails restrictions in the cultural and consultation offer as well as an investment loss for technique and a decrease of student participation regarding the university decisions and everyday life.

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