Denkmal zum Klimaschutz - 64 Kubikmeter Würfel vor dem Hörsaalzentrum

Zeichen gegen Klimakrise an der TU Dresden

BILDUNG FÜR MORGEN, MIT ENERGIE VON GESTERN

Studierende setzen Zeichen gegen Klimakrise und protestieren mit großem CO2-Kubus für Ökostrom an der TU Dresden 

Die TU-Umweltinitiative tuuwi und das Referat WHAT des Studierendenrates weihten heute vor dem Hörsaalzentrum der TU Dresden ein „Denkmal für das Klima“ ein. Unter Aufmerksamkeit vieler vorbeiströmender Studierender, einiger Professoren sowie Vertreterinnen und Vertreter von Umweltorganisationen und Politik protestieren sie gegen den hohen CO2-Ausstoß der Uni. Ein schwarzer Würfel aus Holz und Stoff mit je vier Metern Kantenlänge veranschaulicht die nächsten Tage eindrucksvoll die Menge des Treibhausgases, die alle zwei Minuten von der größten sächsischen Universität verursacht wird: 64 Kubikmeter!!!

Bei strahlendem Sonnenschein, waren trotz eisiger Temperaturen auch der Vorsitzende der TU-Umweltkommission Prof. Stefan Gumhold, der Landesvorstand des BUND Sachsen Gottfried Mann, die Vorsitzende der Grünen Dresden Susanne Kraus und der Sprecher Till Käbsch der Dresdner Umweltbürgermeisterin bei der Eröffnung vor Ort. Die Trommel-Gruppe Rhythms of Resistance, die auch bei anderen Klima-Protesten wie zum Beispiel den Aktionen von Ende Gelände aktiv ist, sorgten für Musik und gute Stimmung.

„Unseren privaten Stromanbieter können wir selbst bestimmen, auch welche Produkte wir kaufen oder welche Verkehrsmittel wir nutzen,“ meint Jana Lintz, Mitinitiatorin von der tuuwi. „Doch individuelles Handeln reicht nicht aus, es muss in größeren Dimensionen agiert werden.“ Ein Wechsel der TU Dresden auf Ökostrom ist beispielsweise vergleichbar mit dem von über 10.000 Einzelpersonen. Die Mehrkosten dafür liegen nach Schätzungen bei 30.000 Euro, geradezu marginal im Vergleich zu den mehreren Millionen die der Strom ohnehin kostet.

Während andere Universitäten längst auf 100% erneuerbare Energien umgestellt haben, ist die TU durch Stromverträge des Freistaats gebunden und kann nicht selbst über die Herkunft der Energie entscheiden. Dadurch kommt es zu der paradoxen Situation, dass an der Uni viel zu Nachhaltigkeit geforscht wird, der Strom dafür aber nicht nur aus Atomkraftwerken, sondern zu über einem Drittel auch aus den Braunkohletagebauen in der Lausitz und dem Süden von Leipzig stammt. 

Die Studierenden fordern bei der Neuausschreibung, die bald ansteht nicht nur den Preis als Kriterium für die Anbietervergabe heranzuziehen. Dass in der direkten Umgebung Orte für die besonders schmutzige Braunkohle von der Landkarte verschwinden und dafür andernorts der Meeresspiegel steigt, darf nicht länger außer Acht gelassen werden.

„Spätestens durch den vergangenen Rekordsommer ist vielen klargeworden, dass wir auf einem Planeten leben, der uns die Quittung für unsere selbstverursachten Schäden gibt.“, erklärt Felicitas Schmelz von WHAT, „Besonders schlimm ist, dass dabei wir als Verursachende nicht die Hauptleidtragenden sind. Vielmehr trifft es wie so oft die Menschen im globalen Süden.“ Die tuuwi und WHAT fordern daher nicht nur die Umstellung der Stromversorgung der Uni auf Ökostrom oder setzen sich für Projekte wie einen autofreien Campus und weniger Dienstreisen mit dem Flugzeug ein. Erklärtes Ziel ist es, mehr Bewusstsein für Klimagerechtigkeit im Angesicht der globalen Klimakrise zu schaffen.